Zahnimplantat Ablauf: So läuft die Implantation beim Zahnarzt ab

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Zahnlücken sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Wem ein oder mehrere Zähne fehlen, der hat auch oft Schwierigkeiten beim Kauen. Außerdem gerät das empfindliche Gleichgewicht des Kauapparats durch eine Lücke im Gebiss aus dem Gleichgewicht: Den benachbarten Zähnen fehlt eine Stütze, was sie anfälliger für Karies macht. Im schlimmsten Fall kann sich sogar die Bisslage verschieben, sodass die Kontaktflächen nicht mehr richtig aufeinander passen. Um solche langfristigen Komplikationen zu vermeiden, sollten sich Betroffene frühzeitig um einen passenden Zahnersatz kümmern.

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind im Grunde künstliche Zahnwurzeln. Sie werden fest in den Kieferknochen eingesetzt und dienen dort als Befestigungsmöglichkeit für Zahnersatz. Dabei können Implantate sowohl einzelne Zähne als auch ganze Zahnreihen ersetzen. Als moderne und nachhaltige Variante des klassischen Zahnersatzes haben Zahnimplantate dabei zahlreiche Vorteile:

  • natürliches Mundgefühl: Zahnimplantate fühlen sich genauso wie echte Zähne an – und sehen auch so aus
  • sicherer Sitz: Keine Haftcreme nötig und keine Schmerzen aufgrund schlechtsitzender Zahnprothesen
  • schonend zu umliegenden Zähnen: Anders als beim Einsetzen einer Brücke müssen die umliegenden Zähne nicht angeschliffen werden, um als Ankerpunkt zu dienen
  • kein Knochenabbau: Durch die Verankerung im Kiefer wird ein Abbau der Knochensubstanz nachhaltig verhindert
  • einfache Handhabung: Implantate werden genau wie echte Zähne gepflegt
  • lange Lebensdauer: Einmal eingesetzt halten Zahnimplantat bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte und sind dadurch insgesamt sehr kosteneffizient

Wie sind Zahnimplantate aufgebaut?

Typischerweise besteht ein Implantat aus mehreren Teilen:

  1. Implantatkörper: Dieser Teil wird als künstliche Zahnwurzel fest im Kieferknochen verankert
  2. Implantathals: Der Bereich, der von Zahnfleisch umgeben ist
  3. Implantataufbau: Die eigentlich sichtbare Krone, Brücke oder Prothese in Zahnoptik

Wer umgangssprachlich von einem Zahnimplantat spricht, meint meistens alle drei Teile. Streng genommen wird in der Implantologie jedoch nur der Implantatkörper als Implantat bezeichnet. Denn nur er wird in den Kieferknochen implantiert. Da das Zahnimplantat ein Fremdkörper ist, kann es theoretisch zu einer Abstoßungsreaktion des Körpers kommen. In der Praxis werden allerdings ausschließlich gut verträgliche Materialien genutzt, bei denen dieses Risiko nicht besteht.

Aus welchem Material bestehen Zahnimplantate?

Die meisten Implantate bestehen aus Titan. Das Metall kommt bereits seit vielen Jahrzehnten für Prothesen, künstliche Gelenke oder als Schrauben und Platten bei Operationen zum Einsatz. Damit es nicht zu Unverträglichkeiten kommt, wird vor allem reines Titan verwendet. Das Material ist äußerst stabil und lange haltbar, gleichzeitig aber auch vergleichsweise günstig. Indem die Oberfläche vor der Implantation leicht angeraut wird, verwächst das Implantat besser mit dem Knochen und sitzt dann besonders stabil.

Eine eher neue Entwicklung sind Zahnimplantate aus Keramik, genauer aus Zirkonoxid. Auch sie sind sehr gut verträglich und bestechen mit ihrer natürlichen Zahnfarbe. Keramikimplantate sind deshalb vor allem beim Ersatz der Frontzähne eine beliebte Option. Auch bei Menschen mit einem dünnen Zahnfleisch wirken sie natürlicher. Denn bei ihnen kann bei Titanimplantaten der metallische Implantatkörper über den Rand herausschauen.

Für wen eignen sich Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind die vielfältigste Art des Zahnersatzes überhaupt: Sie können sowohl einzelne Zähne ersetzen als auch größere Lücken füllen oder sogar einen zahnlosen Kiefer als Vollprothese wieder mit Zähnen füllen. Damit die Implantation gelingt, müssen Patienten allerdings genug Knochensubstanz haben, damit sich das Implantat fest im Kiefer verankern lässt. Besonders bei älteren Menschen und wenn die Zahnlücke bereits länger besteht, ist das nicht immer der Fall.

Wie es um den Kieferknochen bestellt ist, zeigt eine Aufnahme mit dem Digitalen Volumentomographen. Auf den 3D-Röntgenbildern lässt sich genau ausmachen, ob genug Knochenmaterial für das Setzen des Implantats vorhanden ist oder nicht. Dabei ist dieses Urteil aber nicht endgültig. Denn Zahnärzte können den Kieferknochen mit einer Reihe an speziellen Verfahren wiederaufbauen. Außerdem lassen sich spezielle Implantate mit besonders langen künstlichen Wurzeln auch im Jochbein verankern, falls der Kieferknochen nicht ausreichend belastbar ist.

Abgesehen von der Beschaffenheit des Kiefers gibt es einige weitere Erkrankungen, die die Implantation erschweren können oder als Kontraindikationen gelten: Fortgeschrittene Krebserkrankungen, ein akuter Herzinfarkt oder eine Parodontitis sollten zuerst behandelt werden, bevor der Eingriff durchgeführt wird. Bei Rauchern oder Diabetikern ohne korrekte Einstellung ist die Wundheilung gestört. Sie haben dadurch ein höheres Risiko, dass die Implantate nach der Behandlung nicht fest mit dem Knochen verwachsen. Auch einige Medikamente können das Risiko für einen Verlust des Implantats erhöhen.

Welche Möglichkeiten gibt es mit Zahnimplantaten?

Geht es um den Ersatz einzelner Zähne, kann ein Zahnimplantat einen Zahn ersetzen. Dadurch wird die Zahnlücke wieder geschlossen und das Gebiss ist wieder vollständig. Müssen später weitere Zähne entfernt werden, können diese ebenfalls durch ein Einzelzahnimplantat ersetzt werden. So werden die Nachbarzähne durch die Lücke nicht aus dem Gleichgewicht gebracht.

Zahnimplantate können aber auch mehrere Zähne ersetzen. Am einfachsten ist es, wenn mehrere der hinteren Backenzähne fehlen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem sogenannten Freiende. Mit dem Einsetzen von zwei künstlichen Zahnwurzeln lassen sich die hintersten drei bis vier Backenzähne problemlos ersetzen. Bei fünf oder mehr fehlenden Zähnen sind drei Implantate als Pfeiler für den Zahnersatz nötig.

Bei einer Vielzahl an Lücken oder einem vollständig zahnlosen Kiefer werden mehrere Pfeiler für die Befestigung eines festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatzes benötigt. Als Pfeiler können sowohl belastbare natürliche Zähne als auch Implantate zum Einsatz kommen. Für einen herausnehmbaren Zahnersatz für den Oberkiefer werden sechs Pfeiler benötigt, für einen festen Zahnersatz acht. Im Unterkiefer sind nur vier, beziehungsweise sechs Pfeiler nötig.

Was ist das All-on-4-Konzept?

Eine herkömmliche Implantation ist mit langen Wartezeiten aufgrund der langen Dauer der Einheilungsphase der Zahnimplantate verbunden. Für Menschen, die kaum oder keine Zähne mehr haben und mit ihrer derzeitigen Prothese unzufrieden sind, sind diese Zeiträume aber oft nicht akzeptabel. Für sie wurde das spezielle All-on-4-Konzept entworfen. Hier erhalten sie „feste Zähne an einem Tag“, die sofort belastet werden können. Der Name dieser Lösung steht dafür, dass anstatt der üblichen sechs oder acht Implantate lediglich vier künstliche Wurzeln in den Kiefer eingepflanzt werden.

Damit sich das vollständig neue Gebiss an einem einzigen Tag realisieren lässt, ist eine umfangreiche und detaillierte Planung der Implantologie nötig. Anhand dreidimensionaler Röntgenbilder des Kiefers wird die Implantation digital geplant und vorbereitet. Auch die Anfertigung des Zahnersatzes erfolgt mithilfe dieser Daten, damit am OP-Tag alles bereit ist.

Am Vormittag werden die Zahnimplantate in den Kiefer gesetzt, wobei eine besondere Technik zum Einsatz kommt: Indem die hinteren Implantate schräg eingesetzt werden, bieten sie maximale Stabilität. Bei dieser Methode kann außerdem oft auf einen aufwendigen Knochenaufbau verzichtet werden. Nach der Operation erfolgt die individuelle Anpassung des Zahnersatzes für die Einheilungszeit. Dieser wird bereits einige Stunden nach der Implantation fest verschraubt und Sie können sich abholen lassen.

Sind die Zahnimplantate fest eingeheilt und haben sich mit dem Kieferknochen verbunden, wird die vorübergehende Brücke durch einen endgültigen Zahnersatz nach Ihren Wünschen getauscht.

Wie ist der Ablauf einer Implantation?

Der Behandlungsablauf einer Implantatbehandlung kann je nach individueller Situation variieren, die grundlegenden Schritte bleiben jedoch stets gleich. Wer sich für eine Implantation entscheidet, auf den kommen folgende Untersuchungen und Behandlungsschritte zu:

  1. eingehende Untersuchung
  2. Implantatplanung
  3. optional: Knochenaufbau
  4. Implantation
  5. Einheilphase
  6. Ausstattung mit Zahnersatz

Schritt 1: Eingangsuntersuchung

Um festzustellen, ob sich der Kiefer für Zahnimplantate eignet, wird per digitaler Volumentomographie (DVT) ein 3D-Bild erstellt. Auf diesem lässt sich nicht nur die Dicke des Kieferknochens erkennen. Auch der Verlauf von Blutgefäßen und Nervensträngen wird dargestellt. In seltenen Fällen lassen sich Implantate aufgrund oberflächlich verlaufender Nerven nicht realisieren. Meistens ist es aber kein Problem, um diese herum zu planen.

Schritt 2: Implantatplanung

Damit die Implantate am Ende fest sitzen und ihre Aufgabe erfüllen, ist eine sorgfältige Planung notwendig. Die Grundlage dafür bilden die in Schritt 1 erstellten DVT-Bilder. Am Computer wird die Lage der Implantate im Kiefer auf den Millimeter genau geplant, damit am Ende alles perfekt passt und keine nachträglichen Anpassungen nötig sind. Zum Abschluss der Planung wird eine Bohrschablone erstellt. Diese wird später auf den Kiefer aufgelegt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Zahnimplantate genau dort liegen, wo sie geplant wurden. Auch der Bohrwinkel wird von der Schablone vorgegeben, damit am Tag der Operation nichts schiefgehen kann.

Schritt 3: Knochenaufbau (falls nötig)

Ist der Kieferknochen auf den DVT-Bildern nicht dick oder breit genug, ist vor der Implantation ein Knochenaufbau nötig. Das kann auf folgende Arten und Weisen geschehen:

  • Während der Implantation: Verstärkung des Knochens durch gezieltes Einbringen der Knochenspäne, die beim Bohren in den Kieferknochen entstehen
  • Sinuslift: Anheben des Bodens der Kieferhöhle und Einsetzen von Knochenchips zur Verstärkung des Knochens am Implantat
  • Spreizung oder Dehnung des Knochens: Aufspreizen oder -dehnen des Kieferknochens und Einbringen von Knochenersatzmaterial, um ihn breiter oder höher zu machen
  • Eigenblutbehandlung: Beschleunigung der Regeneration des Kieferknochens durch Knochenersatzmaterial und konzentriertem Blutplasma

Schritt 4: Implantation

Für die Implantation ist in der Regel keine Vollnarkose, sondern lediglich eine lokale Betäubung nötig. Dadurch können Sie unmittelbar nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen und Ihren Alltag ganz normal fortsetzen. Sobald die Betäubung wirkt, kann es losgehen. Der Zahnimplantat Ablauf sieht dabei wie folgt aus:

  1. Auflegen der Bohrschablone für präzises und zielgenaues Arbeiten
  2. Freilegen des Kieferknochens durch einen kleinen Schnitt ins Zahnfleisch
  3. Anlegen des Lochs für das Implantat im Kieferknochen mit einem Spezialbohrer
  4. Einschrauben des Zahnimplantats in der erforderlichen Position
  5. Versorgung der Wunde für schnelleres Abheilen

Was die Wundversorgung angeht, gibt es verschiedene Verfahren und Möglichkeiten für Patienten. Der Zahnarzt kann das Zahnfleisch über dem Implantat vernähen, um die Wunde zu schließen und das Zahnimplantat während des Einheilens zu schützen. Bei einer sogenannten offenen Einheilung wird das Implantat mit einem provisorischen Zahnersatz ausgestattet und das Zahnfleisch mit einem speziellen Gingivaformer versehen. Die kleine Kappe aus Metall bereitet die Stelle auf den späteren Zahnersatz vor.

Schritt 5: Einheilphase abwarten

Nach der Implantation dauert es etwa 3 bis 6 Monate, bis sich das Zahnimplantat fest mit dem Kieferknochen verbunden hat. In den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie weder Rauchen noch Alkohol oder Kaffee zu sich nehmen, um die Wundheilung zu unterstützen. Eine gute Mundhygiene mit regelmäßigem Zähneputzen und einer desinfizierenden Mundspülung hilft, die Anzahl an Keimen im Mund zu verringern und dadurch das Infektionsrisiko zu senken.

Nachdem die Fäden nach etwa einer Woche gezogen wurden, können Sie das Zahnfleisch und die Nachbarzähne rund um die Operationsstelle mit einer Zahnzwischenraumbürste sauber halten und damit Entzündungen vorbeugen. Bei einer geschlossenen Einheilung wird das Implantat zum Ende der Einheilungszeit freigelegt und für etwa zwei Wochen mit einem Zahnfleischformer versehen, um es auf den Zahnersatz vorzubereiten.

Schritt 6: Prothetische Versorgung: Ausstattung mit Zahnersatz

Erst wenn es vollständig eingeheilt ist, kann Ihr Zahnimplantat mit einem Zahnersatz versehen und beim Kauen vollständig belastet werden. Dafür legt der Zahnarzt beim Termin das eingewachsene Implantat mit einem kleinen Schnitt frei oder entfernt den darauf fixierten Zahnfleischformer. Anschließend nimmt er einen Abdruck, auf dessen Grundlage der Zahnersatz angefertigt wird. Die Befestigung an der künstlichen Zahnwurzel erfolgt entweder per Schraubwindung oder mit einem speziellen Kleber. In jedem Fall können Sie das Implantat danach wieder wie einen normalen Zahn belasten.

Wie lange dauert eine Implantation?

Die Implantation selbst dauert nur etwa eine Stunde. Der Weg zu belastbarem Zahnersatz auf Implantaten ist allerdings wesentlich länger und besteht aus mehreren Terminen beim Zahnarzt. Der typische Zahnimplantat Ablauf sieht wie folgt aus:

  1. Implantatplanung
  2. Implantation
  3. nach ein bis zwei Wochen: Fäden ziehen
  4. nach drei bis sechs Monaten: Abdruck für den Zahnersatz anfertigen
  5. nach einigen Tagen: Aufsetzen des Zahnersatzes

Insgesamt vergeht vom ersten Termin in der Zahnarztpraxis bis zum fertigen Zahnersatz etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr. Muss zuerst der Knochen aufgebaut werden, verlängert sich der Zeitraum um weitere neun bis zwölf Monate. Dafür haben Sie mit Zahnimplantaten nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen pflegeleichten und langlebigen Zahnersatz, der außerdem äußerst belastbar ist.

Wie lange dauert es vom Zahnverlust bis zur Implantation?

Es gibt viele Gründe, warum ein Zahn entfernt werden muss: Vielleicht ist er zu stark von Karies befallen, ist infolge eines Unfalls schwer beschädigt oder die Wurzel ist nicht mehr gesund. In jedem Fall sollten Zahnlücken möglichst schnell gefüllt werden, um einen Abbau des Kieferknochens und daraus resultierende Komplikationen zu verhindern.

Trotzdem vergeht zwischen dem Ziehen eines Zahns und dem Abschluss der Implantation oft bis zu ein Jahr. Denn zuerst müssen der Knochen und die Wunde nach dem Ziehen des Zahns abheilen. Eventuell vorhandene Entzündungen müssen behandelt und gegebenenfalls der Knochen gestärkt werden, um dem Implantat den nötigen Halt zu geben. Danach dauert es wiederum drei Monate bis ein halbes Jahr, bis das Zahnimplantat eingeheilt ist und mit einem Zahnersatz versehen werden kann.

Sogenannte Sofortimplantate können den Prozess deutlich beschleunigen. Stimmen die Voraussetzungen, werden sie direkt nach dem Ziehen des Zahns in den Kieferknochen eingesetzt. Entsprechende Zahnimplantate verjüngen sich nach unten hin, sodass sie etwa der natürlichen Zahnwurzel entsprechen. Indem die Wartezeit nach dem Entfernen des Zahns entfällt, können Sie die Lücke früher schließen und Ihren Kauapparat wieder wie gewohnt nutzen. In besonderen Fällen kann das Sofortimplantat sogar direkt mit einem provisorischen Zahnersatz versehen und sofort wieder belastet werden.

Dabei ist zu beachten, dass die natürlichen Zahnwurzeln eher im äußeren Bereich des Kiefers sitzen. Der Kieferknochen baut sich allerdings im Alter nach und nach von außen nach innen ab. Deswegen muss der natürliche Wurzelverlauf erweitert werden, damit das Implantat auch später noch stabil im Kiefer sitzt. In einigen Fällen ist die Sofortimplantation aufgrund der Form und der Beschaffenheit des Kiefers gar nicht möglich. Dann kommen Sie nicht um die Wartezeit für das Abheilen der Wunde herum.

Was muss ich nach einer Zahnimplantat-Operation beachten?

Direkt nach der Implantation sollten Sie die Wunde kühlen, damit das Gewebe nicht so stark anschwellt. Trinken ist sofort nach der OP wieder möglich. Essen sollten Sie erst dann wieder, wenn die Betäubung abgeklungen ist. Wurde die Wunde vernäht, sollten Sie bis zum Ziehen der Fäden auf harte Nahrung verzichten. Stattdessen sollten Sie zu weichen Speisen wie lauwarmen Suppen oder Brei greifen, damit keine Krümel in die Wunde kommen und eine Entzündung auslösen.

Kaffee, Alkohol und Zigaretten sind in den ersten 48 Stunden nach der Operation Tabu. Außerdem sollten Sie körperliche Anstrengungen und Hitze vermeiden. Auch scharfe Gewürze oder saure Früchte reizen die Wunde, verzögern die Wundheilung und können Schmerzen verursachen. Greifen Sie nach der Operation lieber zu Kartoffelbrei, gedämpftem Gemüse, Joghurt und Quark.

In den ersten zehn Tagen sollten Sie die Operationsstelle nicht mit einer Zahnbürste säubern, sondern nur eine antibakterielle Mundspülung verwenden. Anschließend ist das Putzen mit einer weichen Zahnbürste möglich. Trotzdem sollten Sie das Implantat während der Einheilzeit so wenig wie möglich belasten, damit es sicher und fest einwachsen kann.

Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Zahnimplantation an?

Das Schmerzempfinden unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Das Kühlen der Operationsstelle direkt nach dem Eingriff dient nicht nur der Vermeidung einer Schwellung, sondern auch der Schmerzreduktion. In den ersten Tagen können Sie auftretende Schmerzen mit den verschriebenen Schmerzmitteln behandeln. Halten diese länger an, sollten Sie allerdings einen Termin bei Ihrem Zahnarzt vereinbaren. Denn Schmerzen sind oft ein Zeichen für eine Entzündung der Wunde.

Damit Sie sich nach der Operation schonen und ausruhen können, bekommen Sie von Ihrem Zahnarzt eine Krankschreibung für Ihre Arbeit. Wie lange Sie ausfallen, ist einerseits vom Umfang des Eingriffs abhängig. Aber auch die Art Ihrer Tätigkeit spielt eine Rolle: In einem körperlich anstrengenden Job müssen Sie länger pausieren als bei einer Stelle im Büro.

Wie pflege ich meine Zahnimplantate richtig?

Zu den größten Vorteilen von Zahnimplantaten als Zahnersatz gehört, dass sie sich genauso wie normale Zähne anfühlen und gepflegt werden. Dadurch müssen sich Betroffene nicht umgewöhnen und können ihre normalen Routinen behalten. Dazu gehören natürlich eine gründliche Zahnpflege und Mundhygiene sowie regelmäßige Prophylaxetermine beim Zahnarzt.

Denn bei einer mangelhaften Mundhygiene können sich schädliche Bakterien vermehren. Diese greifen das Zahnfleisch an, führen dort zu Entzündungen und schließlich dem Abbau des Zahnfleischs und des Kieferknochens. Dadurch können sich sowohl natürliche Zähne als auch Zahnimplantate lösen und herausfallen. Die chronischen Entzündungen nennt man bei normalen Zähnen Parodontitis, im Zusammenhang mit Zahnimplantaten spricht man von einer Periimplantitis. In jedem Fall lassen sich diese beim halbjährlichen Kontrolltermin erkennen und entsprechend behandeln.

Eine professionelle Zahnreinigung kommt nicht nur natürlichen Zähnen, sondern auch dem Zahnersatz auf Implantaten zu Gute: Dabei werden in der Zahnarztpraxis besonders hartnäckige Beläge, auf denen sich Bakterien sammeln können, entfernt. Anschließend sieht der Zahnersatz nicht nur wie neu aus, sondern die Keimbelastung im Mund sinkt auch dauerhaft.

Zu Hause pflegen Sie Ihre Zahnimplantate am besten mit einer weichen Zahnbürste und einer nicht abrasiven Zahnpasta. Das ist wichtig, damit die enthaltenen Putzkörper den Zahnersatz nicht langsam abreiben und verlängert dessen Lebensdauer. Außerdem gehört zur regelmäßigen Zahnpflege auch das Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Denn die engen Spalten lassen sich mit der Zahnbürste nicht erreichen, wodurch sich hier schädliche Bakterien ansammeln können.

Wie hoch sind die Kosten für Zahnimplantate?

Gesetzliche Krankenkassen zahlen bei einem Zahnverlust einen festen Zuschuss zum Zahnersatz. Dieser ist unabhängig davon, wie hoch die tatsächlichen Kosten für Sie sind. Für die Differenz müssen Sie selbst aufkommen. Bei privaten Krankenversicherungen ist die Höhe der Zuzahlung zu Zahnimplantaten von Ihrem Versicherungstarif abhängig. In der übernimmt die Versicherung einen Großteil der Kosten. Das Gleiche gilt für Zahnzusatzversicherungen.

Die Kosten für Zahnimplantate setzen sich aus verschiedenen Positionen zusammen und sind von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Zahl und Material der Implantate
  • Kosten für den eigentlichen Zahnersatz
  • Kosten für Diagnostik
  • Laborkosten
  • Arzthonorare
  • Komplikationen

Ein einzelnes Implantat aus Titan kostet zwischen 1.500 und 2.200 Euro. Für Modelle aus Keramik werden bis zu 3.000 Euro fällig, weil das Material teurer und aufwendiger in der Herstellung ist. Ein herausnehmbarer Zahnersatz mit zwei Implantaten kostet um die 4.000 Euro. Für festen Zahnaufsatz im gesamten Ober- oder Unterkiefer müssen Sie mit etwa 15.000 Euro rechnen. Bei diesen Preisen handelt es sich lediglich um grobe Richtwerte, da die tatsächlichen Kosten je nach Patient stark schwanken können.

Im Vorfeld der Implantation erhalten Sie von Ihrem Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan (HKP) für die Behandlung. Dieser enthält sowohl mögliche Zuschüsse der Krankenkasse als auch die voraussichtlichen Behandlungskosten. So behalten Sie jederzeit den Überblick über den finanziellen Aspekt Ihres Zahnersatzes sowie die volle Kostenkontrolle.

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